Spätestens seit der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland kennt man hierzulande Costa Rica. Im Eröffnungsspiel wurde gegen den vermeintlich so schwachen Gegner nur mit Mühe gewonnen. Klar, dass die Mannschaft mit diesem Auftritt in der Weltöffentlichkeit einige Werbung für ihr Land betrieben hat. Wer Costa Rica besuchen will, sollte aber zumindest ein wenig Spanisch sprechen können. Deutsche, die keine Lust auf einen aufwendigen Sprachkurs haben, sei der Sprachführer „Spanisch für Costa Rica“ aus der Kauderwelsch-Reihe des „Reise Know-How“ Verlags empfohlen.
Der größte Trumpf Costa Ricas neben der Nationalmannschaft ist wohl die überwältigende Natur. Wer das Traumbild eines goldenen Sandstrandes mit Palmen umsäumt an einem Meer voll glasklarem Wasser vor Augen hat – der kann es in Costa Rica mit Sicherheit wiederfinden. Doch auch jede Menge an Urwäldern (Regenwald, Trockenwald, Nebelwald) bietet das Land, umgeben von einer Reihe vulkandurchsetzter Gebirgszüge.
So vielfältig wie die Natur ist die Kultur allerdings nicht. Die Sprache ist dem Spanischen sehr ähnlich und hat sich oft an anderen Ländern wie den USA orientiert. So lautet die costaricanische Version des amerikanischen „too nice“ einfach „tu anis“. Ursprüngliche spezielle Begriffe sind mit der Zeit verloren gegangen. Englische Worte einfach ein wenig spanisch auszusprechen, reicht allerdings nicht für die Verständigung mit den Einheimischen.
Damit dem Leser das Spanisch Costa Ricas etwas geläufiger wird, bietet der Sprachführer eine Reihe von Wörtern und Sätzen, die bei den ersten Kontakten hilfreich sind. „Quiero una cerveza“ etwa ist ein solcher Satz, wobei jeder selbst beurteilen muss, ob das hiesige Bier mit dem deutschen vergleichbar ist. Keine zwei Meinungen gibt es jedoch über den costaricanischen Kaffee, der für viele zu den besten der Welt gehört. Da er sehr stark geröstet wird, sollte er nicht "negro" (schwarz) sondern mit viel Milch und Zucker getrunken werden.
Die Bevölkerung Costa Ricas ist sehr freundlich und Komplimente auf offener Straße stark verbreitet. Gerade die Männer sind sehr galant und um keinen anzüglichen Spruch verlegen. "¡Mi terroncito!" (Mein Würfelzuckerchen!) ist dabei wohl mit einigem Abstand die harmloseste Form, Kontakt zu knüpfen. Eine Reihe von Liebesgeflüstern ist im Sprachführer aufgelistet.
Interessant sind auch immer wieder die im Sprachführer eingesetzten Übersetzungen „Wort für Wort“. Hier werden Sätze nicht nur sinngemäß, sondern wirklich simultan übersetzt. Das Sprichwort „El que se va para la Villa, pierde su silla“ wird so zunächst mit den etwas wirren Worten „Der dass sich (er-)geht für die Villa, (er-)verliert seine Stuhl“ wiedergegeben. Wie schön, dass auch unser teilweise so kompliziertes Deutsch dagegen einmal einfach sein kann. Bei uns heißt es nämlich schlicht: „Weggegangen, Platz vergangen“.